Der Sozialraum in Bilderstöckchen

Auch weiterhin wird unser Ohr bei den Menschen im Viertel sein. Das ermöglicht uns eine permanente Überprüfung unseres Konzeptes und seine Anpassung an neue bzw. andere notwendige Bedarfe.

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Konzeption

1. Träger und Lage des Familienzentrums Bilderstöckchen (FZB)

Die Träger Diakonisches Werk Köln und Region und Netzwerk e.V. – Soziale Dienste und Ökologische Bildung haben sich am 1. August 2006 mit folgenden Einrichtungen im Sozialraum Köln-Bilderstöckchen als Verbund zu einem Familienzentrum zusammengeschlossen, das seit 2008 zertifiziert ist:

Alle drei Institutionen sind fußläufig voneinander entfernt. In der Tageseinrichtung Am Bilderstöckchen werden in fünf Gruppen insgesamt 90 Kinder im Alter ab zwei Jahren bis zur Einschulung betreut. Davon haben 10 Kinder eine Eingliederungshilfe (Kinder mit Behinderung). In der Einrichtung Longericher Str. werden in vier Gruppen insgesamt 60 Kinder im Alter von einem Jahr bis zur Einschulung betreut.Die Kinder- und Familienberatung ist ein  Angebot für alle ratsuchenden Kinder, Jugendlichen und Familien aus dem Stadtteil.

Der Sozialraum Köln-Bilderstöckchen ist ein relativ neuer Stadtteil im Kölner Norden, der sich erst nach dem Krieg entwickelt hat. Ein historisches, gemeinsames Zentrum ist nicht vorhanden. Der Stadtteil wird umschlossen durch die Stadtautobahn, Bundesbahnanlage und Industriegebiet. Der „Gürtel“, eine vierspurige Straße, teilt den Stadtteil in zwei Teile.

Bilderstöckchen erlebt seit einigen Jahren einen strukturellen Wandel. Waren früher zwei Obdachlosensiedlungen, eine hohe Arbeitslosigkeit und sozialer Wohnungsbau vorherrschend, zieht es heute immer mehr junge Familien aus anderen Stadtteilen nach Bilderstöckchen, wo Wohnraum noch bezahlbar ist. Die Mischung mit Menschen aus verschiedenen Nationen und unterschiedlichen sozialen Schichten macht das Leben im Stadtteil aus.

Der Stadtteil Bilderstöckchen hat eine zunehmende Bevölkerungsstruktur.

Im Jahr 2014 lebten hier 15.523 Menschen

Im Stadtteil leben Menschen mit Migrationshintergrund:  7.687 (49,5 %)

Der kleine Stadtteil ist sehr kinderreich. Von 7.207 Haushalten insgesamt haben:

In den oben genannten Tageseinrichtungen für Kinder werden 150 Kinder betreut. Davon haben 112 Kinder einen Migrationshintergrund, das sind 70,9 %. Sie kommen aus 16 verschiedenen Nationen (Erhebungsdatum: 31.12.2010).

Neben Einfamilienhäusern, Siedlungswohnungsbau und Hochhäusern gibt es spezifische Armutsinseln. Dies wird durch die nächsten Zahlen deutlich.

Im Jahr 2014 gab es im Bilderstöckchen

Leistungsberechtigte SGBII = 2.555 (19,7 %)

Erwerbsfähige Leistungsberechtigte: 1.702
Aufstocker durch Erwerbsarbeit: 25,6 %

SGBII Quote

Sozialleistungsbezug SGB XII

Versorgungsquoten

Viele Kinder im Stadtteil sind abhängig von öffentlichen Sozialleistungen.

Im April 2007 wurde der Stadtteil Bilderstöckchen zu einem der 11 „Sozialraumgebiete“  der Stadt Köln benannt. Hierbei handelt es sich um Stadtgebiete, in denen laut Statistik die Bewohnerinnen und Bewohner in sozialer Benachteiligung leben. Das Familienzentrum Bilderstöckchen (FZB) wendet sich schwerpunktmäßig an die Bürger des nördlichen Teils des Stadtteils. Themen im FZB sind die Armut mit ihren Auswirkungen, zum Beispiel: ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel, geringe Bildungsreize usw.

Aufgrund der vielen verschiedenen Nationen und Religionen bildet die interkulturelle Arbeit einen weiteren wichtigen Schwerpunkt.

Das Konzept des Familienzentrums basiert auf einem Verbund von eigenständigen, miteinander kooperierenden Diensten, die gemeinsame Inhalte und Ziele verfolgen. Die niederschwelligen Angebote richten sich arbeitsfeldbezogen nach örtlichen Gegebenheiten, räumlichen Möglichkeiten und Bedarfen.

So können unterschiedlich vertraute Bildungs- und Erfahrungsorte für Kinder und Eltern vernetzt werden. Alle Einrichtungen bedienen das direkte Wohnumfeld des Familienzentrums.

2. Gemeinsames Ziel

Das gemeinsame Ziel ist eine Verbindung von Betreuung, Bildung und Erziehung von Klein- und Kindergartenkindern, sowie der Beratung und Bildung der Eltern im Sozialraum. Das FZB ist darüber hinaus Anlaufstelle für alle Alters- und Zielgruppen.

Durch eine intensive Zusammenarbeit, regelmäßigen fachlichen Austausch und Anregungen der verschiedenen Partnerinstitutionen kann für die betroffenen Familien ein niederschwelliger Zugang zu den verschiedenen Einrichtungen und Kooperationspartnern geschaffen werden. Bedarfe können frühzeitig erkannt und Angebote zielgerichtet und bedarfsgerecht gemeinsam entwickelt werden. Dadurch wird präventive Arbeit möglich. Risikosituationen können rechtzeitig erkannt und Gefahrensituationen verhindert werden.

3. Personelle Ressourcen

Die personellen Ressourcen setzen sich zzt. wie folgt zusammen:

4. Struktur des FZB

Im FZB haben sich zwei Träger mit ihren Einrichtungen zu einem Verbund zusammengeschlossen. Dokumentiert wird die Zusammenarbeit in einer Verbundvereinbarung. In einer Geschäftsordnung für das FZB werden die Strukturen, Verantwortlichkeiten, Aufgaben und Ziele beschrieben.

Die federführende Geschäftsführung übernimmt das Diakonische Werk Köln und Region. Die Leitung des FZB erfolgt durch eine Steuerungsgruppe. Sie setzt sich wie folgt zusammen:

Bei Bedarf werden weitere Mitarbeiter/-innen der Einrichtungen hinzugezogen.

Die Steuerungsgruppe trifft in Abstimmung mit den Trägervertretern grundsätzliche Entscheidungen zur Erreichung der Ziele des FZB. Sie initiiert, koordiniert und lenkt die erforderlichen Schritte und Aufgaben. Die Steuerungsgruppe ist das Beratungs- und Entscheidungsgremium, in dem alle das FZB berührenden Fragen letztendlich zur Entscheidung vorbereitet werden.

Aufgaben der Steuerungsgruppe sind

Die Steuerungsgruppe tagt einmal monatlich. Vorsitz, Gesprächsführung und Tagungsort wechseln zwischen den beiden Trägern. Einladung und Protokoll werden wechselweise von den beteiligten Institutionen gefertigt. Die Träger erhalten eine Kopie des Protokolls. Jährlich werden mit den Trägervertretern gemeinsam Schwerpunktthemen abgestimmt.

5. Leistungen des Familienzentrums

Das Familienzentrum ist Anlaufstelle für viele Bewohner, die von Transferleistungen leben, oder über ein geringes Einkommen verfügen. Unsere Angebote orientieren sich an den Bedarfen der Bewohner dieses Teils des Bilderstöckchens. Alle drei Einrichtungen verfügen über eine lange Tradition der Arbeit mit den Familien im Viertel; es gibt ein gewachsenes Vertrauensverhältnis zwischen Eltern und Pädagogen/-innen. Traditionell fühlen sich unsere Einrichtungen der Hilfe für Familien weit über die bloße Kinderbetreuung hinaus verpflichtet. Insofern greift der Gedanke des Familienzentrums das auf, was in der Praxis unserer Arbeit bereits längst verankert ist.

5.1 Beratung und Unterstützung von Kindern und Familien

Betreuung von Kinder U3-Kindern
In den vergangen Jahren wurde in beiden Tageseinrichtungen die Betreuung der u3-Kinder kontinuierlich erweitert. Dabei können insgesamt 45 Plätze angeboten werden. Alle Kinder unter 3 Jahren können während unseres monatlich stattfindenden Elterncafés und anderer Kursangebote mitgebracht werden. Es gibt während dieser Zeit eine Betreuung durch Mitarbeiter/-innen der Einrichtungen und/oder eine erfahrene Honorarkraft. Bei Bedarf vermitteln wir Eltern mit u3-Kindern auch an eine qualifiziert geführte Eltern-Kind-Gruppe in einer Nachbareinrichtung.

Beratung durch die Kinder- und Familienberatung von Netzwerk e.V.
Die Familientherapeutin bietet in jeder Tagesstätte einmal im Monat eine offene Sprechstunde an. Eltern können ihre Sorgen und Probleme in einem geschützten Raum zur Sprache bringen. Die Anliegen können Erziehung, Familie, Schule, Kindergarten, Kinderbetreuung, Schulden, Nachbarn oder den Sozialraum betreffen. Es werden umgehend Lösungen gesucht. Das können intensive Beratungsgespräche, Diagnostik und Einzelberatung von Kindern, oder auch eine Weitervermittlung zu anderen Hilfen sein. Bei der Weitervermittlung wird eine Erstbegleitung in die neue Institution angeboten.

Beratung zum Umgang mit Geld oder bei Überschuldung
Zu unterschiedlichen Institutionen, die professionelle Schuldnerberatung anbieten, pflegen wir Kooperationsvereinbarungen, sodass wir Eltern individuell (stadtteilnah oder -fern) vermitteln können – und dies nicht nur zu deutschsprechenden Schuldnerberatern, sondern auch zu türkisch oder arabisch sprechenden Berater/-innen. Selbstverständlich begleiten wir die Eltern bei Bedarf zum ersten Termin.

5.2 Kurse/Projekte zur zusätzlichen Sprachförderung für die Kinder der Einrichtung

Viele im Sozialraum Bilderstöckchen lebende Kinder bedürfen der Sprachförderung, die über die im Alltag geleistete Sprachbildung in der Kindertagesstätte hinausgeht.

Angebote zur Sprachförderung innerhalb des Familienzentrums sind der 14-tägige Besuch mit Kindern und interessierten Eltern in der katholischen Pfarrbücherei. An diesem speziellen Öffnungstermin gibt es Lesungen, Spiele im Zusammenhang mit den besprochenen Büchern und eine Bücherausleihe.

Darüber hinaus gibt es Lesepatenschaften mit der Gemeinschaftsgrundschule Alzeyer Straße. Schulkinder lesen Kindergartenkindern ausgewählte Bücher vor, erhöhen damit ihre Lesekompetenz und wecken das Interesse der nicht lesekundigen Kinder an Literatur und Bildung.

5.3 Vorsorge und Prävention

Wir suchen Gelegenheiten, mit den Eltern in Kontakt zu treten, um sie bei der Erziehung ihrer Kinder zu begleiten und zu unterstützen.

Hausbesuche
Bei Bedarf werden Familien zuhause von Fachkräften und der Familienberaterin des Familienzentrums aufgesucht. Elterngespräche finden u. a. zu folgenden Themen statt:  Beratung bei Erziehungsfragen, Hilfe bei bürokratischen Problemen wie z. B. Unterstützung bei der Erstellung von Anträgen. Bei zu erwartenden Sprachproblemen wird ein Dolmetscher organisiert, oder eine Vertrauensperson gebeten, zu übersetzen.

Vorsorge = U-Untersuchungen
Das Familienzentrum nahm am Projekt „Kita-Vorsorgebogen“ des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte e.V. teil. Das FZB dokumentiert weiterhin den Zeitpunkt der U-Untersuchung jedes Kindes, weist die Eltern darauf hin und füllt den entsprechenden Kita-Vorsorgebogen aus. Bei nicht wahrgenommenen U-Untersuchungen werden mit den Eltern die Gründe geklärt.

Zusammenarbeit mit dem niedergelassenen Kinderarzt im Viertel
Viele Eltern im Bilderstöckchen kontaktieren den im Viertel niedergelassenen Kinderarzt Dr. Stolle. Er ist für das FZB Ansprechpartner bei Fragen zur Kinderheilkunde. Bei Bedarf spricht er an Elternabenden zu konkreten Themen. Mit der Nutzung vom „KiTa-Vorsorgebogen“ wird eine enge Zusammenarbeit praktiziert. Indem Erzieher/-innen auf U-Untersuchungen hinweisen, wird das gemeinsame Interesse, das Wohl des Kindes, unterstützt.

5.4 Qualifizierung von MitarbeiterInnen

Kinderschutz
Das Thema Kinderschutz ist im FZB von zentraler Bedeutung. Traditionell gibt es zwischen dem Jugendamt und den Einrichtungen eine enge Kooperation. Der in § 8a SGB VIII angesprochene Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung wird im Familienzentrum Bilderstöckchen sehr ernst genommen. Der Mitarbeiter von Netzwerk e.V. im „Sozialen Dienst“ übernimmt federführend die Aufgabe des Kinderschutzbeauftragten. Weiterhin arbeitet das FZB beim sozialen Frühwarnsystem in Köln mit. Das FZB nutzt die „Herner Materialien“. Einige Mitarbeiter/-innen wurden dazu in einer eintägigen Fortbildung geschult.

Gesundheitsförderung/Bewegungsförderung
Der Gesundheit und der Bewegung wird im Familienzentrum besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Das FZB beobachtet viele Kinder mit nicht altersentsprechender Motorik bzw. Körperwahrnehmung in den Einrichtungen. Darauf wird mit der Weiterbildung von Mitarbeiter/-innen in diesem Bereich reagiert. Eine Kollegin besitzt die Zusatzqualifikation „Psychomotorik“. Sie bietet regelmäßig eine Gruppe in einer Tageseinrichtung an. Eine weitere Kollegin verfügt über die Qualifikationen zum Übungsleiter „Progressive Muskelrelaxation“ nach Jacobsen und „Entspannungstrainer“. Sie bietet wöchentlich ein Angebot zu einem dieser beiden Bereichen an.

Interkulturelle Öffnung
Durch den hohen Anteil an Familien mit Migrationshintergrund im Familienzentrum ist eine Auseinandersetzung mit diesem Thema fester Bestandteil des pädagogischen Konzepts. Es gibt in beiden Tageseinrichtungen für Kinder des Verbundes Veranstaltungen und Projekte zur interkulturellen Öffnung. Mitarbeiter/-innen wurden und werden fortlaufend zu dieser Thematik spezialisiert.

5.5 Möglichkeiten der Nutzung des Familienzentrums durch Dritte

Nutzung der Räume
Das FZB bietet Eltern und Organisationen die Nutzung von Räumen des Familienzentrums an. Dabei handelt es sich um separate Räume, in denen eine ungestörte familientherapeutische Beratung von Kinder und Eltern, Sprachtherapie, Elternkurse oder andere Gruppenarbeiten möglich sind.

5.6 Familienbildung und Erziehungspartnerschaft

Im sozialen Brennpunkt gestaltet sich herkömmliche Familienbildung schwierig. Eltern aus bildungsfernen Schichten haben zu Methoden und Inhalten der mittelschichtorientierten Erwachsenenbildung wenig Bezug. Besonders wichtig ist es deshalb, Familienbildung niederschwellig und möglichst praktisch anzubieten.

Elterncafe
Eine zentrale Anlaufstelle ist für die Eltern das 14-tägig veranstaltete Elterncafé. Hier treffen sich Eltern, Verwandte und Freunde aus dem Viertel zwanglos zum Frühstück und Gespräch. Zu ausgewählten Themen werden Referentinnen eingeladen, die ein bestimmtes Thema vorstellen (z. B. gesunde Ernährung, Geschwisterrivalität etc.). Die Tageseinrichtungen für Kinder organisieren den Treff, begleiten ihn und greifen Gesprächsthemen auf.

Interkulturell ausgerichtete Veranstaltungen und Aktivitäten
Wegen des hohen Anteils von Familien mit Migrationshintergrund in den Einrichtungen (70,9 % 31.12.2010) ist die pädagogische Arbeit notwendigerweise stark interkulturell geprägt. Traditionell wird das Opferfest – als höchstes moslemisches Fest – im großen Rahmen gemeinsam mit den Eltern gefeiert. Ziel ist neben der Wertschätzung der moslemischen Familien vor allem die Erhöhung der Akzeptanz morgenländischer Kultur durch die deutsche Bewohnerschaft. Um diesen Aspekt auszubauen, feiern wir das „Fasten brechen = Iftar“ mit den Familien. Weitere interkulturelle Aktivitäten entwickeln wir durch das Angebot von Informationsveranstaltungen, Beratung und Kursen in türkischer Sprache (Schuldnerberatung, Fun-Kurs etc.).

Kurse zur Gesundheitsförderung
Das Thema „Gesundheit für Kinder“ ist im Familienzentrum ein wichtiges Thema. Hier haben die Familien des Viertels viele Probleme und Fragen.

Darauf wird reagiert

Kurse zur Medienerziehung/Leseförderung
Im Bereich Medienerziehung wird den Eltern Orientierung geboten, und es werden Qualitätsstandards vermittelt. Angebote sind der Informationsveranstaltungen (z.B. „Lesen und Schreiben leicht gemacht“), Bücherausleihe aus einem eigenen Fundus, gemeinsame Büchereibesuche („Die Welt der Bücher entdecken“) und Bücherausstellungen, bei denen Eltern beraten werden, welche Bücher oder Themen sinnvoll für ihre Kinder sind. Für die Schulkinder wird jährlich ein großer Vorlesewettbewerb initiiert. Dabei lesen Kinder aus Büchern ihrer Wahl. Eine aus Kindern und Erwachsenen bestehende Jury stimmt über die besten Vorleser/-innen ab. Die Preisträger werden mit Geschenkgutscheinen für Bücher ausgezeichnet. Eltern und Presse sind zu dieser Veranstaltung eingeladen.

Aktivitäten für Eltern
Besonders angenommen werden von den Eltern Feste und Feiern, wo sie untereinander und mit den Erzieher/-innen kommunizieren können. Das FZB trägt dem Rechnung, indem viele Anlässe (christliche, islamische, jahreszeitliche, etc.) wahrgenommen werden, um Feste und Feiern zu initiieren. Es gibt jährliche Familienausflüge, durch die Eltern mit ihren Kindern neue Lebenswelten kennen lernen und neue Erfahrungen miteinander machen können. Darüber hinaus beteiligen sich das FZB und die Eltern an Bilderstöckchen-Beauty-Day

  1. Elternveranstaltungen zu pädagogisch wichtigen Themen
    Elternveranstaltungen gibt es als Informationsabend und immer häufiger während des Elternfrühstücks. Dabei wird darauf geachtet, Probleme und Fragestellungen zu behandeln, die aus der Elternschaft kommen, oder die in Beratungsgesprächen immer wieder Thema sind.
  2. Kurse zur Stärkung der Erziehungskompetenz
    Ein besonderes Merkmal im sozialen Brennpunkt ist der Wunsch nach Erziehungsberatung- und unterstützung seitens vieler Eltern. Mütter stehen oft allein da und sind auf sich selbst gestellt, weil sie wenig Unterstützung vom Partner erhalten. Restriktive und uneindeutige Erziehungsmuster vermitteln darüber hinaus den Eindruck elterlicher Überforderung.

Aus diesem Grund werden Elternbildungskurse zur Erhöhung der Erziehungskompetenz organisiert, z. B. durch „Fun-Kurs“ oder „Starke Eltern – Starke Kinder“, beides auch in türkischer Sprache.

5.7 Kindertagespflege

Den Eltern werden schriftliche Informationsmaterialien zum Thema „Kindertagespflege“ durch Auslage zur Verfügung gestellt. Sie werden über ortsnahe Möglichkeiten von der Kontaktstelle Kindertagespflege beraten. Über Angebote zur Qualifizierung von Tageseltern wird das FZB über einen Aushang für die Eltern informiert. Zusätzlich gibt es in jeder Einrichtung eine Mitarbeiterin, die Fragen der Eltern zur Kindertagespflege kompetent beantworten kann.

5.8 Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Es ist uns wichtig, Eltern zu entlasten, besonders dann, wenn sie an die Grenzen ihrer psychischen Belastbarkeit kommen. Das kann durch wirtschaftliche Zwangslagen, gesundheitliche Probleme, Eheprobleme und besondere Herausforderungen in  Erziehungsfragen passieren.

Die Eltern, die einen (zeitweise) Betreuungsbedarf haben, der über die Öffnungszeiten der Einrichtung hinausgeht, werden durch Vermittlung an andere Einrichtungen oder Tagespflegepersonen unterstützt.

Durch den relativ geschlossenen Charakter der Siedlungen, gibt es viele Beziehungen der Eltern untereinander. Diese Beziehungen werden genutzt zu nachbarschaftlicher Hilfe, d. h., Eltern werden darin unterstützt, sich gegenseitig zu helfen und stundenweise die Betreuung von Nachbarkindern zu übernehmen.

Im Bedarfsfall werden die Eltern unterstützt

Bei besonderen Veranstaltungen und Kursen (Informationsveranstaltungen, Elterncafe, etc.) gibt es eine Kinderbetreuung. Das FZB verweist auf die Angebote von  Lucky’s Haus (SKM – Jugendeinrichtung), das Mutter-Kind-Gruppen anbietet.

Es gibt ein Angebot von einigen zertifizierten Babysittern. Durch weitere Ausbildungskurse für Babysitter soll der Babysitterpool erweitert und aktualisiert werden.

Dem Mittagessen kommt im sozialen Brennpunkt eine besondere Bedeutung zu. Um Kindern eine gesunde und ausgewogene Kost zu bieten, beschäftigen beide Einrichtungen eine hauswirtschaftliche Kraft, die das Mittagessen täglich frisch zubereitet. Nach diesem Konzept bekommen alle Kinder, deren Eltern es wünschen, ein Mittagessen in der Einrichtung.

6. Ausblick

Das FZB hat in den vergangenen Jahren einen festen Platz im Stadtteil eingenommen. Durch unsere vielschichtigen Angebote im Verbund, werden auch Menschen angesprochen, die über die Tageseinrichtungen nicht erreicht werden. Auch weiterhin wird unsere Aufmerksamkeit auf die  Menschen im Viertel gerichtet sein. Das ermöglicht uns eine permanente Überprüfung unseres Konzeptes und seine Anpassung an neue bzw. andere notwendige Bedarfe.

Köln, im Oktober 2015

© Familienzentrum Bilderstöckchen

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